Nach grauenvollen Misshandlungen und Betrug bei Tierversuchen – Ein Labor muss schließen

Redaktion 17. November 2019 1093 2 Kommentare

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Autor: Timmy C.

Mit großer Freude möchte ich Euch diese Nachricht nicht vorenthalten. Was mir aber sehr zu denken gibt, daß erst
Tierschützer sich in Räumlichkeiten dieses Versuchslabors einschleusen müssen, um diesen Skandal aufzudenken. Das sogenannte
deutsche Aufsichtsbehörden jahrzehntelang, wissentlich und mit Hilfe der „Politik“ diese unbeschreiblichen Zustände
und diese Tier-Quälerei geduldet haben.

Eine Bundesministerin Julia Klöckner rennt einem Interview über Fragen dieses Labors einfach davon. Gibt also keinerlei
Stellungnahme ab und deckt die Praktiken dieses Labors.

Aber was will man von einer Regierung auch erwarten, die selbst für ihre eigenen Bürger, den Ur-Einwohnenr dieses Landes,
nicht viel übrig hat. Dann kann man auch keine Empathie für diese gequälten Tiere erwarten. Eine Schande was hier in
Deutschland passiert.

Nach der Aufdeckung des grauenvollen Umgangs mit Affen, Hunden und Katzen im Tierversuchslabor bei Hamburg steht dieses
nun vor der Schließung. Außer der Tierquälerei hatte sich das Labor des Betrugs schuldig gemacht, mehrfach wurden Testergebnisse gefälscht.

Nach beinahe 60 Jahren Tierversuchen muss das Tierlabor LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG) in
Mienenbüttel schließen. Videos der Undercover-Tierschützer von SOKO Tierschutz und Cruelty Free International hatten Mitte
Oktober gezeigt, wie Versuchstiere dort unsägliche Qualen erleiden mussten und teilweise grauenhaft verendeten. Hunde
waren reihenweise an ihren Beinen aufgehängt, Affen hängend an den Köpfen fixiert worden, das Labor war blutverschmiert.

Tierquälerei, groß angelegter Betrug und Körperverletzung

Außer den Bildern von unfassbarer Tierquälerei, die um die ganze Welt gingen, hatten Tierrechtler darauf verwiesen, dass das streng
geheim gehaltene Innere des Labors von größerem öffentlichem Interesse ist, da mehrfach Testergebnisse verfälscht wurden. Nach
den Berichten über das LPT hatten sich in den vergangenen Wochen mehrere ehemalige Mitarbeiter des Labors, auch von den anderen
Standorten in Hamburg und Schleswig-Holstein, gemeldet und bestätigt, dass dies seit Langem gängige Praxis sei, nicht nur in Hamburg.
Am Standort Kiel beispielsweise hatte eine Frau gearbeitet, die vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung der ARD mitteilte, wie
zu ihrer Zeit zig Tiere bei den Versuchen getötet, dem Auftraggeber dann aber andere Ergebnisse vorgelegt wurden. Eine weitere ehemalige
Mitarbeiterin hat mehr als zehn Jahre am Standort in Hamburg gearbeitet und sagt, dass sie selbst zahlreiche Fälschungen von Ergebnissen
vorgenommen hat. Hätten Testergebnisse nicht den Erwartungen entsprochen, sei sie angehalten worden, diese entsprechend vormarkierten
Ergebnisse zu „verbessern“. Das Ganze sei auch nach ihrer Tätigkeit von anderen Mitarbeitern des LPT weitergeführt worden.

Tierschützer und die Grünen Niedersachsen haben Strafanzeige gegen LPT-Geschäftsführer Dr. Jost Leuschner wegen mehrfachen
gewerbsmäßigen Betrugs und Körperverletzung durch gefährliche Medikamente gestellt. Die Staatsanwaltschaft Stade wurde eingeschaltet,
und auch aus der Bevölkerung gab es viele Proteste. Eine an Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas gerichtete Petition, die die Schließung
des Tierlabors fordert, erhielt über 30.000 Unterschriften. Während die Unterstützer zumeist auf die Tierquälerei verweisen, die aufgrund
alternativer Methoden heutzutage nicht notwendig sei, war das aus Sicht der Behörden gewichtigere Argument wohl, dass aufgrund der
Fälschungen alle Studien aus dem Labor in Frage stünden und somit auch die Gesundheit von Menschen gefährdet sei.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat daraufhin keine weiteren Genehmigungen
für Tierversuche erteilt und bereits erteilte Genehmigungen widerrufen. Am Sonntag verkündete SOKO Tierschutz „Mienenbüttel macht dicht“,
auch der NDR berichtete über die Schließung des LPT Labors, die laut einem internen Schreiben zum 29. Februar 2020 geplant sei.
Bis dahin werde noch eine Primatenstudie für den Pharmakonzern Merck zu Ende geführt, das Unternehmen bestreitet allerdings, dass
es sich um eine Studie an Affen handelt.

Intransparente, aber notwendige Tierversuche?

„Ich sah auch zum ersten Mal den Umgang mit den Affen. Ich muss gestehen, dass ich, auch wenn es wirklich grausam aussieht,
keinen anderen Weg kennen würde, ein wildes Tier ’stillzuhalten‘, um eine Infusion zu geben, ohne das Tier zu verletzen. (…)
Wenn Sie mit Tierversuchen einverstanden sind, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass kein Tier eine Infusion bekommen
will und daher die Tiere fixiert werden müssen. Wenn Sie mit Tierversuchen nicht einverstanden sind, gibt es viele demokratische
Methoden (z.B. Petitionen, politische Abstimmungen u.a.), um Dinge zu ändern (z.B. neue Impulse für Gesetzesänderungen).“

Dass dann verletzte Tiere in ihrem blutigen Elend sich selbst überlassen werden, ist jedoch sicherlich nicht vorgeschrieben, andererseits
scheint der Staat sich diesbezüglich auch nicht wirklich einzumischen.

Über das LPT-Labor sagte SOKO-Tierschutz-Gründer Friedrich Mülln, dass kein Tier lebend herauskomme, aber auch keine Information,
das Labor sei ein „schwarzes Loch“. Seine seit Jahren umstrittenen Tierversuche hatte das Labor anscheinend ungehindert durchführen können,
obwohl es immer wieder Proteste, Enthüllungen und eine bis jetzt laufende Kampagne für die Schließung gegeben hat. Auf der Website des
Labors sind lediglich Phrasen zu lesen wie:

„Mit unserer exzellenten wissenschaftlichen Expertise stellen wir sicher, dass unsere Arbeit von allen Aufsichtsbehörden akzeptiert wird.“

Für weitere Informationen ist ein Login erforderlich. In der Tat war dieses Labor sei Jahren umstritten. Eine Kampagne richtete sich
auch an die Geschäftspartner des Labors – Tierzüchter, Laborbedarfshersteller, Techniker und andere –, denn „ohne diese Geschäftspartner
kann LPT das tägliche Morden nicht durchführen“, hieß es dort. Der Fokus auf Geschäftspartner war im Fall des britischen
Tierversuchslabor HLS (Huntingdon Life Sciences) erfolgreich gewesen, konnte das Labor doch letztendlich nicht einmal mehr ein
Bankkonto eröffnen. Nicht einmal der Bürgermeister hatte eine Vorstellung davon, was im Inneren des Labors vor sich geht, da
ihm von LPT lange der Zutritt verwehrt wurde.

„200 Angestellte testen für Sie Mittel für den tierärztlichen und menschlichen Gebrauch, industrielle Chemikalien, Pestizide und Nahrungszusätze.“

Ein groß angelegtes Unterfangen also, offenbar nicht vorrangig für die Grundlagenforschung, sondern ausgerichtet auf den Bedarf
privater Unternehmen. Allein in Deutschland wurden laut der Statistik über Versuchstiere des Bundesministeriums für Ernährung
und Landwirtschaft(BMEL) im Jahr 2017 gut zwei Millionen Tiere verwendet, ein Großteil von 59 Prozent angeblich unter nur geringer
Belastung. Das BMEL hält Tierversuche für unerlässlich, obwohl bereits zahlreiche Alternativen bestehen. Einige werden auch auf
der Internetseite des Ministeriums benannt, etwa Zellkulturen und computergestützte Verfahren.

Friedrich Mülln, Gründer von SOKO Tierschutz, prangert jedoch die Bundesregierung an, da Deutschland zum einen die meisten
Versuchstiere töte, die meisten Tierversuchseinrichtungen bei schlechtesten Standards habe. Auch die Europäische Union hatte
Deutschland Rechtsbruch beim Tierschutz vorgeworfen.

Doch auch Wissenschaftler und ehemalige Mitarbeiter des LPT hinterfragen die Notwendigkeit von Tierversuchen, sogar ganz
unabhängig von den verfälschten Ergebnissen.

„Das Schlimmste ist, das es sich einem einfach nicht erschließt, was die Versuche eigentlich für die Humanmedizin oder den
Auftraggeber bringen soll. An einem Tag wurden jeweils 5 Makaken und 5 Schweine mit Feuerlöschschaum eingesprüht.
Nach 30 Minuten hat man deren Haut dann auf Reizungen und Verätzungen untersucht. Danach hat man den Tieren den
Schaum mit hohem Druck direkt in die Augen gesprüht. Die Augen wurden vorher so fixiert, dass ein Schließen nicht möglich war“,
so eine ehemalige Mitarbeiterin des LPT in einem Insiderbericht samt entsetzlichen Details über die seit Jahren ‚mit Leichtigkeit‘ an
den Tieren verübten Grausamkeiten.“

Tierschutzorganisationen wie PETA und SOKO Tierschutz, aber auch Veterinärexperten und Wissenschaftler stehen dem
gesamten Tierversuchsbetrieb sehr skeptisch gegenüber. Laut dem Verein Ärzte gegen Tierversuche sind die Ergebnisse der
mit Milliarden von Steuergeldern geförderten Tierversuche selten wirklich auf Menschen übertragbar, sodass ganze 95 Prozent
der aufgrund von Tierversuchen für den Menschen als wirksam und ungefährlich geltenden Medikamente bei klinischen Studien
mit Menschen durchfallen und keine Marktzulassung erhalten.

Schicksal der Tiere aus dem LPT-Labor ungewiss

Laut Medienberichten soll noch eine Studie an Primaten zu Ende geführt und die übrigen Affen zu einem Großhändler in die
Niederlande geschafft werden, von dem die Tiere auch stammen sollen.

Bereits am vergangenen Donnerstag wurden 76 Labor-Affen abtransportiert. Ein weiterer Transport sei angemeldet,
erklärt Andres Wulfes, Pressesprecher des Landkreises Harburg, im Gespräch mit DeineTierwelt. Doch wie viele der insgesamt
250 Versuchsprimaten wirklich lebendig das Labor verlassen, könne das Amt nicht sagen.

„Wir wissen schlichtweg nicht, ob auch wirklich so viele abgeholt werden, wie angemeldet wurden“, so Wulfes.

Zusammen mit Cruelty Free International, dem Hamburger Tierschutzverein und einem Bündnis, dem sich zahlreiche
Tierschutzvereine des Deutschen Tierschutzbundes angeschlossen haben, fordert SOKO Tierschutz die Übergabe der
verbliebenen Tiere an den Tierschutz.

„Es gibt für jedes Tier einen Platz. Die Zivilbevölkerung wird nicht zulassen, dass diese Tiere, die im LPT teilweise seit vielen Jahren leiden,
verschachert oder getötet werden“, so Friedrich Mülln.

Zudem plant LPT demnach, seine zwei weiteren Labore in Hamburg und Schleswig-Holstein auszubauen, in denen rund 12.000 Tiere
„vergiftet und gequält“ werden. SOKO Tierschutz fordert von den Regierungen in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein
die sofortige Schließung der LPT-Labore, die Beschlagnahme der Tiere und die Überprüfung aller Studien der letzten 15 Jahre.
Für Samstag, den 16. November haben Tierschützer zu einer Großdemo in Hamburg aufgerufen, bei der neben der Schließung
des LPT die Abschaffung von Tierversuchen gefordert wird.

Quellen:
https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.verstoesse-gegen-tierschutz-horror-tierversuchslabor-in-hamburg-schliesst.
0069c0ad-b1e1-4df1-b33b-513da911db2d.html
https://www.deine-tierwelt.de/magazin/lpt-tierversuche-skandal-horror-labor-mienenbuettel-schliesst/
https://deutsch.rt.com/inland/94636-nach-grauenvollen-misshandlungen-und-betrug-tierlabor-hamburg-muss-schliessen/
?utm_source=Newsletter&utm_medium=Email&utm_campaign=Email

2 Kommentare auf “Nach grauenvollen Misshandlungen und Betrug bei Tierversuchen – Ein Labor muss schließen

  1. Ramona Bittner on

    Ich freu mich sehr über diesen Erfolg und es zeigt sich, das man doch etwas bewirken kann, wenn man nicht einfach alles hin nimmt (z.B. über die Petition, was ich immer unterstütze, denn deren Wirkung wird oft unterschätzt)). Natürlich ist mir klar, das das leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, bei all dem Tierleid und Tierelend, das es überall gibt. Und trotzdem ist es ein Erfolg und ich danke den Tierschutzorganisationen und allen, die sich eingesetzt haben, von ganzem Herzen! Es gibt zum Glück so tolle und engagierte Leute, sonst könnte man wirklich längst an der Menschheit verzweifeln…..

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