Empörungsmechanismen in Zeiten der medialen und politischen Korrektheit – Ein Fall-Beispiel

Marsi 12. August 2019 2519 18 Kommentare

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Autor: Timmy C.

Ja, da lässt sich ein Herr Tönnies beim Handwerks-Tag in Paderborn feiern wie ein Imperator der nach Rom zurückkehrt.
Als er über den „Klimawandel“ redet und den Bau von Kernkraftwerken in Afrika empfiehlt,
sagte er unter anderem in seiner Rede folgendes:
…dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Diese Aussage wurde als rassistisch gewertet. Zu den Kritikern, die Tönnies aufgrund dieser Worte Rassismus vorwarfen, zählten Vertreter aus Politik, Medien und Sport, auch die Amadeu Antonio Stiftung durfte nicht fehlen. Inzwischen hat sich Tönnies entschuldigt, seine Äußerungen seien falsch gewesen, er stehe für eine „offene und vielfältige Gesellschaft“, so der Fleischunternehmer. Den meisten Kritikern reicht das nicht. Sie fordern, wie Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung, weiter seinen Rücktritt, damit Schalke seinen „antirassistischen Charakter“ nicht verliere. Man sollte wissen, dass Herr Tönnies unteranderem im Vorstand vom Fußballclub Schalke 04 sitzt.

Man muss Tönnies und dessen unternehmerisches Wirken nicht sympathisch und die Form seiner Äußerungen nicht angemessen finden, aber die Debatte um seinen angeblichen Rassismus ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die Empörungsmechanismen der politischen Korrektheit den Blick auf die Realität verstellen.

Denn Tönnies sagt eben nicht, dass „der Schwarze gern schnackselt“, wie seinerzeit die bekannte Fürstin, sondern beschreibt in flapsigen Worten die Realität jeder vorindustriellen Gesellschaft, bis ins 19. Jahrhundert auch der deutschen, die eben von der Abhängigkeit vom Rohstoff Holz und einer hohen Geburtenrate bestimmt wurde und wird. Daran ist nichts rassistisch.

Die Abholzung der Wälder und die demografische Entwicklung in Afrika sind reale, gravierende Probleme. Es ist richtig, darauf hinzuweisen. Den großflächigen Bau von Kraftwerken als Lösungsansatz ins Spiel zu bringen, gewissermaßen auf den Spuren Lenins, ist wenigstens ein interessanter Ansatz.

Der eigentliche Skandal ist doch das Fehlen jeglicher Entwicklungsperspektive für die Länder Afrikas.Es gibt keine Grundlage für eine eigenständige wirtschaftliche und soziale Entwicklung, keine funktionierende Infrastruktur. Die Einbindung des Kontinents in ungleiche Handelsverträge mit dem Westen und die massenhafte Abwanderung der Mittelschicht zeigen das Fortwirken kolonialer Strukturen und sind eben keine Lösung, sondern verschärfen das Problem nur.

Da gibt es reichlich Stoff, über den man diskutieren, sich aufregen und streiten kann, zumal auch dieses Land Teil der erwähnten Strukturen ist. Aber nein, Medien und Politik im Deutschland des Jahres 2019 reden lieber über angebliche „kolonial-rassistische Bilder“ als über wirtschaftliche Strukturen, produzieren lieber Scheindebatten, als über reale Probleme zu reden. Dabei gibt es davon – auch hierzulande – mehr als genug.

Insgesamt sollte man, wenn man solche Artikel liest oder Meldungen hört, seine Emotionen zurückfahren. Sachlich bleiben und darüber nachdenken, was eigentlich gesagt wurde und nicht gleich emotional werden, wenn Worte wie „Schwarzer“ oder „Afrika“ fallen. Aber dieser auch von den Medien gepushte „Political-Correctness-Wahn“ in unserem Land verwäscht leider die Realitäten. Da wird dann auch vor prominenten Personen wie ein Herrn Tönnies nicht haltgemacht. Selbst wenn diese nur die Realitäten ausgesprochen habe. Und ich denke, dass sollte man in einem demokratisch, mit freier Meinungsäußerung geführten Staat wie Deutschland, noch sagen dürfen. Oder vielleicht doch nicht mehr….?

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6nnies_Holding
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/clemens-toennies-empoert-mit-rassistischen-aussagen-ueber-afrikaner-a-1280178.html
https://www.zeit.de/2017/06/political-correctness-moral-gesellschaft-gleichstellung-korrektheit

18 Kommentare auf “Empörungsmechanismen in Zeiten der medialen und politischen Korrektheit – Ein Fall-Beispiel

  1. Meister1964
    Meister1964 on

    Er spricht nur aus, was andere denken! Und nun wird er wie eine Sau durch das Dorf getrieben. Soll er Schalke verlassen, seine Gelder für den Verein streichen – fertig.
    Der gute Mann hat es doch gar nicht nötig, sich an so einem Thema aufzureiben. Die meisten Menschen können ihm nicht mal eine Tasse Wasser reichen!

  2. Calvinus on

    Die Kernaussage von Tönnies reicht noch tiefer als er sich, wahrscheinlich, selbst bewusst ist.
    Und wenn man die Richtige Frage stellt, kommt auch schnell heraus warum das so ist.
    Warum produzieren den so viele Afrikaner, Kinder wenn es dunkel ist?
    Antwort: Weil die meisten von Ihnen muslime sind. Frauen sind in dieser „Religion“ nur gebährmaschinen. Und Ihre einzige Daseinsberechtigung ist es Nachschub für die Eroberung der Kuffarwelt zu sorgen.

  3. Boromir
    Boromir on

    Friedhelm Funkel von Fortuna Düsseldorf:

    „Clemens hat sich in der Wortwahl vergriffen. Aber was da medial draus gemacht wird, ist mir persönlich viel zu viel. Er wird ja regelrecht geschlachtet“, sagte Funkel auf dem „Rheinischen Fußballgipfel“ der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf: „Da bringen Leute mit einem Samurai-Schwert Menschen um, darüber wird zwei Tage berichtet, dann ist es vergessen. Er wird nun in eine Ecke gedrängt, in die er sich selbst gebracht hat, in die er aber nicht gehört.“

    Die anderen Podiumsteilnehmer Max Eberl (Manager Borussia Mönchengladbach), Armin Veh (Sportchef 1. FC Köln) und Simon Rolfes (Sportdirektor Bayer Leverkusen) schlossen sich sinngemäß Funkels Rede an.

    Sehr gut!!!

  4. Sabrina Seerose on

    Die Empörung über die „Umfaller“ ist emotional verständlich.
    Was mich dabei aber noch viel mehr beunruhigt, ist z.e. die „Geschwindigkeit“, mit der diese Menschen widerrufen, und die Art, in der sie ihre zuvor getätigten Aussagen widerrufen.
    Das ganze erinnert mich erschreckend an die Schauprozesse in kommunistischen Regimen; dort mußten nicht (mehr) ganz linientreue Parteigänger in Selbstbezichtigungen ihre „Vergehen“ nicht nur selbst anklagen, sondern zugleich öffentlichkeitswirksam bereuen und devot ihre „gerechte Strafe“ erbitten.
    In welcher Welt leben wir eigentlich (inzwischen und/oder seit wann)?!

  5. Haenni on

    Wo war den das bloß, wo man seine Worte die man spricht, genau überlegen musste, zur Erinnerung, in der DDR.
    Ich bin in diesem totalitären Staat aufgewachsen und habe seine Repressalien erlebt.
    Ich dachte mit der Wende hätten wir dies abgeschafft.
    Nur noch eins zur Erinnerung die DDR und ihre Politbonzen gab es 40 Jahre.
    Ich will kein Buch schreiben, aber wir sollten das nicht noch einmal zulassen das man uns
    die Meinungsfreiheit wegnimmt.

  6. minenhund
    minenhund on

    Tönnies ist schnell klar geworden, dass er mit dieser Aussage, aus der Emotion heraus, weg ist vom Fenster, irgendwelche Farbbeutelaktionen gegen sein Haus oder Auto inclusive, deshalb hat er lieber den Schwanz eingezogen und sich brav entschuldigt. Vielleicht dreht ja eines Tages der Wind, dann kann er wieder aus der Deckung kommen, von wegen, er hat es ja schon immer gesagt.

  7. Sepp on

    Schlimm ist, dass Leute, wie z.B. hier dieser Tönnies, immer den Schwanz einziehen, sobald die Empörungstrottel das Maul aufreißen. Es fehlt einfach an Leuten in der öffentlichen Wahrnehmung, die sagen was sie meinen und meinen was sie sagen…dann hätten diese Political Correctness Idioten nicht so ein leichtes Spiel…Diese Umfallerei, sobald es etwas Gegenwind gibt, ist doch Scheisse und bereitet doch den Weg in die Meinungsdiktatur…

  8. Dirtybit on

    Ich frage mich, was falsch an der Aussage von Tönnies ist? Die Afrikaner holzen die Wälder ab als wenn es kein Morgen gibt und bis 2050 verdoppelt sich die Einwohnerzahl in Afrika.

    Doch hierzulande ist alles rassistisch, wenn es gegen andere Volksgruppen geht. Nur Rassismus gegen Deutsche ist in Ordnung. Ob man uns als Kalkleisten, Kartoffelfresser oder Krauts bezeichnet juckt keine Sau.

  9. Timmy C
  10. Rescer on

    Man müsste sich mal diese Hobbyjuristen genau anschauen oder Ihnen den Spiegel vorhalten die hier gleich einem Mitbürger der sich gesellschaftlich engagiert und die Wahrheit sagt als Rassist zu verurteilen.

    • Timmy C
      Timmy C on

      Auch. Aber im Prinzip geht es doch bei diesen Medienberichten darum, Schein-debatten zu erzeugen. Die Leute vom wirklichen Sachverhalt abzulenken.
      Zeit schinden auf Kosten der Bürger. Reine Ablenkungsmanöver, um die Realität zu vertuschen.

    • Timmy C
      Timmy C on

      Rettung gibt es schon. Man darf nur nicht auf diese medialen und politischen Mechanismen reinfallen. Immer sachlich bleiben und die Emotionen zurückfahren. Denn eine emotionale Diskussion geht immer in die falsche Richtung und die Leute gehen sich selber an die Gurgel. Bestes Beispiel dafür war doch die Diskussion um die Masern-Impf-Pflicht. Diese Diskussion hat ein Gesundheits-Minister doch absichtlich so geführt, damit sich die Befürworter bzw. Gegensprecher dieser Impfung gegenseitig an die Gurgel gehen.
      Laßt Euch also nicht madig machen.
      Liebe Grüße
      Timmy C

    • Silvia Salvatore
      Silvia Salvatore on

      warten wir mal ab, was heute in Italien passiert, (Vertrauensfrage über 5 Sterne)… Salvini hat bei Neuwahlen sehr, sehr gute Chancen Nummer 1 in Italien zu werden, das hilft nicht nur Italien, sondern ganz Europa !!!

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